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Detailinformationen zum Segelflugzeugmuster "Geier"

von Claudia Gallikowski

Baupläne

Das Zeichnungsarchiv im Deutschen Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe besitzt einen umfangreichen Zeichnungssatz vom Geier I/II (1957), der auch digitalisiert vorliegt. Auch beim LBA gibt es Bauzeichnungen vom Geier, die alle Baureihen umfassen sollen und von denen bei Bedarf Kopien erstellt werden können. Josef Allgaier hat noch die Originalzeichnungen für beide Baureihen, allerdings fehlt der Holm (der wurde bei Scheibe gebaut).

Laut Musterbetreuer Ottokar Benda befindet sich ein Zeichnungssatz für den Geier II B mit allen späteren Bauänderungen (Austausch der Keulen gegen kleine Randbögen wie bei ASK 21, eingestrakte Haube, verschobener Rückenspant für liegende Pilotenposition u.a.) beim Sportfliegerclub Wörschach-Niederöblarn (Ansprechpartner: Peter Schmied, Fachreferent Technik). Dieser Zeichnungssatz liegt nur in Papierform vor und müsste aufgrund seines Alters dringend nachgezeichnet oder digitalisiert werden.

Der Haubenrohling für die eingestrakte Haube ähnlich der Ka 6E mit Lüftungsschlitzen vorne ist noch beim Musterbetreuer Ottokar Benda in Stuttgart vorhanden. Die Haube wurde damals bei Mecaplex angefertigt.

 

Biographien verschiedener Geier

D-5828 (Geier II B):

Werknummer 03 der Fa. Rock/Inzell

gebaut nach den geprüften Zeichnungsunterlagen des Musters Geier II vom 01.01.57

Rohbauabnahme:     17.03.61 durch Bezirksstelle Bayern (Klinger, PfL 15 A)

Fertigabnahme:        16.05.61 durch Bezirksstelle Bayern (Klinger, PfL 15 A)

Erstflug:                   20.05.61 in Bad Reichenhall-Obermühle, F-Schlepp mit Fieseler Storch

Der Einzelteilprüfbericht vom 14.05.60 deutet darauf hin, dass es sich bei diesem Geier um einen Wiederaufbau eines älteren Geier II - wahrscheinlich die Werknummer 1 der Firma Rock - handelt, bei dem das Rumpfvorderteil mit den Beschlägen und Flächenwurzeln zerstört war. Auch der linke Holm (Kiefer nach 4002) musste vollständig erneuert werden. Zur Beplankung wurde Birkensperrholz I. und II. Güte verwendet. Der Geier wurde mit Aerodux verleimt. Bauprüfer war Herr Eichler, PfL 40.

Halter:

1. Alpine Fliegergruppe e.V. (Traunstein) als D-1501 (1961 - 1963)
2. Reinhold Stuhr (Bissingen/Enz): 1964

3. Karl-Friederici (Paderborn) ab 1965 als D-8154, Hochwasserschaden, ab 1966 D-5828
4. Gerhard Billert (Warburg, verstorben 2005) ab 1967
5. in Haltergemeinschaft mit Andreas Mieslinger (FL, WL) ab 1973
6. Karl-Heinz, Dietrich und Jan Gerpheide (Dortmund bzw. Meschede/Schüren) ab 1976
7. Paul Martin (Feuerstein bzw. Ebermannstadt) ab März 1981

8. Akademische Fliegergruppe Erlangen ab 5.7.84 für 9.500 DM

9. Förderverein Sicherheit im Luftsport in Bayern ab Juli 2006

10. Claudia Gallikowski und Jens-Christian Henke seit 4. April 2008

Das seit 1972 fehlende 1. Bordbuch hat erfreulicherweise seinen Weg zum Geier zurückgefunden: Frau Elfriede Münnighoff, die Nichte des 2005 verstorbenen Warburger Oberstudienrates Gerhard Billert, fand im Nachlass ihres Onkels das vermisste Bordbuch mit dem Flugbuch von Billert aus der Zeit und schickte es freundlicherweise Claudia Gallikowski zu, die sie vorher telefonisch über den Verlust des 1. Bordbuchs informiert hatte. Nun verfügt der Geier II B D-5828 wieder über eine vollständige Dokumentation mit allen Bordbüchern und Prüfscheinen!

An der D-5828 wurden keine baulichen Änderungen vorgenommen und sie blieb glücklicherweise auch all die Jahre trotz häufiger Halterwechsel bruchfrei. Allerdings gab es bei der Rückfahrt von einem Frankreichurlaub einen Straßenunfall, bei dem sich der Hänger überschlug. Durch den von der Familie Gerpheide maßangefertigten geschlossenen Hänger - Erstzulassung am 10.06.77 - erlitt der Geier nur geringe Lackschäden. Die ursprünglich hochgewölbte Haube musste allerdings ausgetauscht werden und wurde bei Eichelsdörfer durch eine voll eingestrakte SHK-Haube ersetzt, die noch auf Lager war. Beim Hänger wurden die Deichsel und die Achse wegen des Unfalls ausgetauscht.. Die D-5828 verfügt noch über die originalen Flächenkeulen außen und das feste Fahrwerk mit bremsbaren Rad. Das Flugzeug hatte bei der Erstzulassung sowohl eine Bug- als auch eine Schwerpunktkupplung, besitzt aber keine Trimmung.

Ursprünglich gehörte zur Instrumentierung ein Wendezeiger (bis 1968 und von 1982 - 1984), aber kein Funkgerät (erst ab 1969, aber von 1977 bis 1981 wieder ausgebaut). Die Schwerpunktkupplung wurde von 1969 bis 1973 und von 1974 bis 1989 - wohl aus Kostengründen - ausgebaut.

Die Flächen des Flugzeugs erlitten in Warburg 1965 einen Hochwasserschaden und wurden im LSV Paderborn grundüberholt. 1986 - 1989 fand dann eine Grundüberholung des gesamten Flugzeugs durch die Akaflieg Erlangen bei der Firma Eichelsdörfer statt. Die D-5828 wurde dabei vollständig kanariengelb lackiert mit fliederfarbenen Kennzeichen und einer großen Zeichnung eines sitzenden Geiers auf beiden Flächen des Seitenruders. 2008, nach insgesamt etwa 1.300 Flugstunden in gut 1.000 Starts, befindet sich die D-5828 immer noch in einem guten Zustand und ist voll lufttüchtig! Der Hänger sieht 2011 optisch zwar dringend renovierungsbedürftig aus und die seitliche Holzverkleidung beginnt zu bröckeln - doch das ausgeglichene Raumklima des luftigen Holzhängers scheint optimale Lebensbedingungen für das Flugzeug zu bieten, denn der Lack befindet sich 20 Jahre nach der Grundüberholung immer noch in einem ausgezeichneten Zustand!

1964 machte Reinhold Stuhr vom Klippeneck aus mit der heutigen D-5828 viele sehr lange Flüge (bis 9:15 h), die ihn teilweise bis nach Österreich (Landung in Wels am 5. Mai 1964 nach 8:40 h) führten. Er nahm 1964 mit dem Geier wohl auch an mehreren Wettbewerben im süddeutschen Raum teil. Andreas Mieslinger gelangen von 1974 bis 1976 auf dem Geier II B D-5828 auch große Dreiecksflüge über 333 km (6:43 h), 340 km (5:54 h) bzw. 410 km (7:45 h) von Meschede/Schüren aus.

Nach seinem ersten Flug mit der D-5828 am 4. April 2008 berichtete Jens-Christian Henke (Flugverlauf s. http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=796705335 ), dass der Geier II B über sehr angenehme Flugeigenschaften ähnlich der Ka 6 verfügt und für einen 18 m-Flieger ungewöhnlich wendig ist. Er steigt ausgezeichnet in schwacher Thermik und bietet dem Piloten für ein Holzflugzeug aus den 50er Jahren einen ungewöhnlich weiträumigen Panoramablick, was der Flugsicherheit ganz fraglos zuträglich ist. Durch den für einen einsitzigen Holzflieger vergleichsweise langen Rumpf und die Größe des Seitenruders dreht der Geier II B sehr gut um die Hochachse. Die Ruderabstimmung ist insgesamt sehr angenehm.

Auch die Erfahrungen anderer Geier-Halter (Heinz Löffler, Familie Gerpheide, Akaflieg Erlangen, Verein zur Förderung der Flugsicherheit in Bayern, Ottokar Benda als Musterbetreuer sowie AC Stuttgart) bestätigen, dass der Geier nach Korrektur der Schwerpunktberechnung ein sehr schönes Holzflugzeug mit unproblematischen und sehr guten Flugeigenschaften ist.

 

D-8467 (Geier II B): Eigenbau E-1 vom Musterbetreuer Ottokar Benda

Sie entstand 1960 - 1963 in einem Kuhstall im Rennstal/Oberurbach. Der Bau wurde von lokalen Zeitungen ausführlich begleitet und dokumentiert. Das Flugzeug verfügt über eine Trimmung, eine liegende Sitzposition, ein aerodynamisch günstiger eingebautes Fahrwerk und ein kleines Rad am Sporn. Sie hat eine große, voll eingestrakte Haube. Die Flächen enden mit einem kleinen Bogen nach unten (wie bei der ASK 21).

Ottokar Benda flog dieses Flugzeug viele Jahre gerne und belegte auf den Hahnweide-Wettbewerben häufig vordere Plätze, auch noch einen 3. Platz in einem Feld mit vielen Kunststoffseglern. Als der AC Stuttgart durch einen Zusammenstoß zugleich seine Ka 8 und seine Ka 6 verlor, überließ Ottokar Benda in den 80er Jahren das Flugzeug dem Verein. Dort flog es problemlos etwa 8 Jahre und ging dann in den Besitz des Vereinsmitglieds Herrn Riethmüller über. Der flog damit erfolgreich Anfang der 90er Jahre mehrere Oldtimer-Wettbewerbe mit, bis er ihn aus Gesundheitsgründen an den USFC Wörschach-Niederöblarn verkaufte, wo die D-8467 bis heute stationiert ist. Die letzte JNP war im März 2005. Sie hat nunmehr 2368:44 Flugstunden. Die D-8467 bräuchte mittlerweile eine neue Lackierung, insbesondere der vordere Rumpf ist an mehreren Stellen aufgeplatzt.

 

D-8865 (Geier II): Photo im Segelflugzeugtypenbuch, mit Abwurffahrwerk und vermutlich fremder Haube (evtl. Ka 6 e o.ä.), Höhenruder noch mit Originalverkleidung, Außenflächen noch ohne Randbögen, Querruder scheinen bis außen zu gehen, Seitenruderschlitze verkleidet.

Verbleib unklar, evtl. ist dies die spätere D-9129?, denn ein Geier II der B-Baureihe kann es ja nicht sein (die hatten kein Abwurffahrwerk mehr!).

 

BGA 2557/EBP (Geier I):

Werknummer 3 /4 der Firma Allgaier, die als Bausatz in der LSG Kempten im Allgäu gebaut wurde. Zunächst als D-1434, dann als D-4093 und schließlich als D-9025 registriert. Sie gehörte mindest seit 1977 Tim Oulds vom RAF Bruggen/Deutschland. Auch bei diesem Geier wurde in den 70er Jahren das ursprüngliche Zweirad-Abwerffahrwerk durch ein festes Rad ersetzt.

Als Tim 1979 nach U.K. versetzt wurde, nahm er seinen Geier, der zu der Zeit einen rot-orangenen Rumpf und weiße Flächen hatte, mit. In U.K. wurde er als BGA 2557/EBP registriert. Er ging dann zum RAF Marham in Fenland, wo ihn im August 1984 G A Steel übernahm. Ab Juli 1996 gehörte er dem Club CFI Alistair S Raffan, der tragischerweise 2002 bei einem Motorradunfall ums Leben kam. Sein Sohn verkaufte ihn im September 2004 an S Harris. Der Geier I soll ein langsames, angenehm zu fliegendes Holzflugzeug sein, das auch andere Clubmitglieder in Marham fliegen durften.

BGA 2557/EBP zog dann nach Yorkshire um, wo er auf einem Bauernhof nahe des Segelfluggeländes Sutton Banks stand. Am 10.09.05 übernahm ihn A P Stacey und der Geier zog deshalb zum Keevil Segelfluggelände nach Wiltshire um. Seit dem 1. Januar 2007 gehörte er Richard A Earnshaw-Fretwell, einem VGC-Mitglied. Die BGA 2557/EBP ist seit dem 21. Juli 2001 nicht mehr lufttüchtig (letztes C of A am 22.07.2000) und soll grundüberholt werden. Der letzte Flug fand laut Bordbuch am 28. September 1996 statt – die Gesamtflugzeit betrug damals 924h48’ bei 1027 Starts.

Seit Frühsommer 2009 laufen Bestrebungen, den letzten Geier I wieder nach Deutschland zurückzuholen. Initiator ist der Modellflieger Erwin Seibold, der einen engen Kontakt zu Josef Allgaier hat und über mich die britischen Kontaktdaten von Rick bekommen hat. Rick würde den Geier I auch an Josef Allgaier verkaufen, da er selbst nicht in das Cockpit hereinpasst. Der offene Hänger ist allerdings nicht mehr zugelassen, so dass eine andere Lösung zum Transport nach Deutschland gesucht wird. Er soll im Verein in Kempten grundüberholt werden, der diesen Geier I als Bausatz selber gefertigt hat. Im Herbst 2009 gelang es Erwin, zusammen mit seinem Enkel, die EBP in einem Transporter nach Kempten zurückzuholen, wo seine Ankunft öffentlichkeitswirksam in Beisein des Konstrukteurs und von Gerhard Waibel sowie von Vereinsprominenz gefeiert wurde (s. Zeitungsartikel)

Jochen Ewald hat ihn 1994 beim Oldtimertreff in Lasham probegeflogen und darüber im Fliegermagazin 6/95 einen Bericht geschrieben. Die kleinen Querruder sollen in ihrer Wirkung nicht ausreichend gewesen sein, um eng zu kreisen (nicht unter 30° Querneigung möglich). „Im langsamen Thermikkreisen, wo der Geier am besten steigt, musste er fast mit Querruder-Vollausschlag abgestützt werden. Die Ruderkräfte sind dabei gering. Das gutmütige Göttinger Profil macht die Sache klaglos mit. Und wenn er mal zum Geier-Sturzflug nach innen wegrutscht, lässt sich das Abkippen durch einen kräftigen Tritt in das große Seitenruder stoppen.“ Jochen fand ihn aber trotzdem fliegerisch reizvoll und meint, dass sich der Geier-Pilot in den 60er Jahren beim Streckenfliegen vor den Ka-6en nicht zu fürchten brauchte!

 

D-9129 (Geier II)

1956 von Allgaier als Prototyp (Werknummer 1) gebaut, Wettbewerbskennzeichen CX.

21. Juni 1956 in Unterwössen als D-1440 eingeflogen worden. Ein alter Kaufvertrag liegt vor, wo der Geier für 8.000 DM und einige Zentner Kartoffeln verkauft wurde.

Nahm an der WM in Lezno im Juni 1958 direkt nach dem Einfliegen teil und hatte dabei einen schweren Außenlandeschaden. War stationiert in Bisperode-West am Ith und gehörte Heinz Löffler und Hans Georg Pehlke vom LSV Hameln. Dann ging er aufs Klippeneck zu ??? und dann übernahm ihn Clemens Schatz ("Windi") auf dem Klippeneck. Gehörte seit 1980 Reiner Kipp und Arno Roth von der LSG Ravensburg und war in der Zeit in Mengen stationiert. 1985 ging die D-9129 mit Reiner nach Unterwössen und als Co-Halter kamen Thomas und Ulla Buchsein dazu. In der Dassu-Flugschule wurde sie von vielen ScheinpilotInnen geflogen, in der LSG auch von Flugschülern, wovon viele ihren 5-Stunden-Flug auf der D-9129 abgelegt haben. Für Ulla wurde ein schweres, flaches Bleikissen (ca. 20 kg) für den Geier maßgeschneidert, da sie klein und sehr leicht ist.

Ende 1999 wurde er an die "Deutsche Gesellschaft zur Erhaltung historischer Flugzeuge e.V." (DGzEhF) verkauft und steht in Neuburg bei Michael Diller bzw. in Stillberghof bei Donauwörth. Im September 2004 flog Stefan Senger ihn beim Flugtag in Hilzingen am Bodensee vor. Unter www.dgzehf.de findet sich auch ein altes Photo (Flug über Winterlandschaft) und ein weiteres im Segelflugzeugtypenbuch. Die D-9129 befindet sich seit Mitte 2008 in Grundüberholung.

D-9192 (Geier II)

Es handelt sich um die Werknummer 2, Gerätenummer 11175, Baujahr 1957 der Firma Rock.

1983 auf der Aero in Friedrichshafen ausgestellt, in privatem Besitz (Familie Hahn) in Winzeln/Schramberg stationiert. Gehörte eventuell vorübergehend einem Herrn Rückert, einem Freund von Hans-Jörg Jung, der aus Gesundheitsgründen den Geier Mitte der 90er Jahre verkaufte.

Auch der Sohn von Michael Klomann hat den Geier als Flugschüler geflogen - es gab keinerlei Probleme dabei mit kritischen Flugeigenschaften. Wohl in den letzten Jahren (seit 2006?) nicht mehr flugfähig. Dieser Geier war als Gast auf der Goldenen Hochzeit von Josef Allgaier dabei.

Weitere Geier:

 

Bei den DM sollen in den 50er Jahren erfolgreich Geier mitgeflogen sein.

 

Ein Photo von Gert Herm-Javon vom 3. August 1955 zeigt einen Geier (vermutlich Geier II) D-1244, Wettbewerbskennzeichen 2, der in Oerlinghausen bei der WM mitgeflogen ist (Papierkopie in L-Akte). Pilot war laut Chris Wills vermutlich Klaus Dittmar, der Sohn von Edgar.

 

Die Segelfluggruppe Bensheim an der hessischen Bergstraße baute von 1959-1963 einen Geier II, der nach der Erinnerung von Marlies Schader, der heutigen 2. Vereinsvorsitzenden, die von Kindesbeinen an im Verein war, das Kennzeichen D-4621 hatte. Aufgrund seiner Flugeigenschaften durfte er nur von erfahrenen Piloten geflogen werden. Im 1. Jahr ging er gleich mit dem Verein nach Samedan in die Alpen. Kurz nach der Rückkehr nach Bensheim erlitt er bei einer Außenlandung am Main (bei Aschaffenburg?) leider einen Totalschaden. Der Pilot, der direkt neben einem Krankenhaus abgestürzt war, behielt zum Glück keine bleibenden Schäden zurück. Er war vergleichsweise schmal gebaut, so dass eventuell die fehlerhafte Schwerpunktberechnung beim Geier II B zum Unfall beigetragen hat. Die Flugzugtrümmer wurden bei einem Lagerfeuer im Verein danach verbrannt - lediglich das Seitenleitwerk blieb erhalten und ist heute noch als Dekoration im Verein.

Reiner Kipp erinnert sich, dass Mitte/Ende der 80er Jahre ein Geier II mit der WN 7 ins Flachtrudeln geraten ist und abstürzte.

Werner Schleicher berichtete bei der OSC-WaKU JHV 2008, dasss in den 80er Jahren ein Geier auf der WaKu im Wettbewerb einen Landeunfall hatte.

Laut Bernd Dörnemann gab es in dern 60er Jahren einen Geier auf dem Flugplatz Langenlonsheim im Kreuznacher Verein. Rudolf Göbel soll hierzu nähere Einzelheiten wissen. Er weiß aber nichts und verweist auf Kurt Honrath. Jens Meckum versucht, weitere Einzelheiten herauszufinden.

Ende der 50er Jahre hatte ein Geier in Unterwössen einen tödlichen Unfall. Hierbei handelte es sich entweder um einen Geier I mit der Werknummer 1 oder 2 der Firma Allgaier oder um einen Geier II mit der Werknummer 1 der Firma Rock. Claus-Dieter Zink berichtet, dass der Geier – obwohl unterhalb der Positionshöhe – an der Position weiter kreiste, dabei kontinuierlich an Höhe verlor und schließlich in ein Waldstück stürzte. Warum der Pilot das Kreisen nicht beendete, blieb ungeklärt. Vielleicht wurde ein Querruder nicht korrekt angeschlossen?

Ottokar Benda erinnert sich, dass er bei einem Geier auf dem Klippeneck (vermutlich die D-9129) und einem anderen in Lachen-Speyerdorf (evtl. die ex D-9025?) ein festes Fahrwerk eingebaut/geliefert hat.

Anfang der 60er Jahre hat es nach der Erinnerung von Wolfgang Dürlich einen privaten Geier auf dem Flugplatz Obermühle bei Bad Reichenhall gegeben, der auch häufiger bei Streckenflug-Wettbewerben mitflog. Dies war vermutlich die jetzige D-5828 (damals D-1501), die im Mai 1961 in der Obermühle in Bad Reichenhall ihren Erstflug hatte und dort in dem Jahr mehrere Starts im Flugzeugschlepp gemacht hat. Auch am 7. Juli 1963 ist sie in Bad Reichenhall noch einmal geflogen, da dort die JNP durchgeführt wurde.

Jochen Ewald erinnert sich, dass in der 1. Hälfte der 70 er Jahre ein in Cham beheimateter Geier tödlich verunfallt ist. Das Flugzeug ist klassisch in der Endanflugkurve abgekippt, wurde abgefangen und kippte dann in die andere Richtung ab. Die übrig gebliebenen beiden Besitzer der Haltergemeinschaft kauften danach die FK 3 von der FVA (Akaflieg Aachen).

Außerdem hatte Anfang der 70er Jahre Paul Güss einen Geier II mit Abwurffahrwerk auf dem Klippeneck – eventuell war dies die D-9129? Das Wettbewerbskennzeichen war vermutlich "7". Auch dieser Geier soll aus einem tödlichen Totalschaden wieder aufgebaut worden sein mit der Sonderausstattung Klappaschenbecher.

Beim VGC-Treffen in Wels im Oktober 2008 wurde berichtet, dass in Amerika bis in die 80er Jahre ein Geier geflogen sein soll, der auch verchartert wurde. Leider lassen sich diese Angaben aber weder bestätigen noch präzisieren

 

Übersicht aller mir bekannten Geier-Kennzeichen:

 

BGA 2557          Geier I: WN 3/4 der Fa. Allgaier, zunächst D-1434, dann D-4093, danach D-9025 (das Kennzeichen hat heute unser Rhönsperber), Wettbewerbskennzeichen EBP, soll 2010 wieder deutsch zugelassen werden

D-1440                heute D-9129 (Geier II-Prototyp)

D-1244                Geier II (flog bei der WM 1955 in Oerlinghausen mit Klaus Dittmar mit, weiterer Verbleib unklar)

D-1434                heute BGA 2557 (Geier I)

D-1501                heute D-5828 (Geier II B)

D-4093                heute BGA 2557 (Geier I)

D-4621                Geier II: Eigenbau von 1959-1963 der Segelfluggruppe Bensheim, Ende 1963 bei einer Außenlandung zerstört

D-5828                Geier II B: WN 3 der Fa. Rock, 1961-1965 D-1501, 1965-1966 D-8154

D-8154                heute D-5828 (Geier II B)

D-8467                Geier II B: Eigenbau von 1960-1963 des Musterbetreuers Ottokar Benda

D-8865                Geier II: Photo aus dem Segelflugzeugtypenbuch, mit Abwurffahrwerk, Verbleib unklar

D-9025                heute BGA 2557 (Geier I)

D-9129                Geier II-Prototyp: WN 1 der Fa. Allgaier, 1956 Erstflug, Wettbewerbskennzeichen CX

D-9192                Geier II: WN 2 der Fa. Rock, Baujahr 1957, in Winzeln/Schramberg stationiert

 

 

Fett sind jeweils unterschiedliche Werknummern einzelner Geier I oder II dargestellt, kursiv unbekannte WN und in Normaldruck frühere Kennzeichen der fett gedruckten WN

 

Übersicht aller mir bekannten Geier-Wettbewerbskennzeichen:

 

2                          Geier II D-1244 (bei der WM 1955 in Oerlinghausen)

7                          Geier II von Paul Güss (Anfang der 70er, Kennzeichen unbekannt)

CX                       Prototyp Geier II: D-9129 (WN 1 der Firma Allgaier)

EBP                     Geier I, heute BGA 2557